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Letzte Aktualisierung am 10.08.2020

 

 

Camerone 30.April 1863:

 

 

Camerone 30. April 1863:

 

Die französische Armee belagerte die Stadt Puebla in Mexico

 

 

Die französische Fremdenlegion wurde mit der Aufgabe betraut, auf einer Strecke von 120 km die Nachschubwege offen zu halten und abzusichern.

 

Colonel Jeanningros hatte das Kommando. Er wurde erst am 29. April 1863 darüber informiert, dass ein Transport mit Material, Munition und Lohngeldern im Wert von drei Millionen Francs unterwegs nach Puebla war.

 

Capitaine Danjou war sein Adjutant und dieser beschloss, als Vorhut eine Kompagnie zu schicken. Die dritte Kompagnie des Regiment étranger wurde dafür ausgewählt. Da diese keinen disponiblen Offizier hatte, beschloss Capitaine Danjou, selbst das Kommando zu übernehmen. Die Sous-Lieutenants Maudet (Fahnenträger) und Vilain (Zahlmeister) schlossen sich ihm freiwillig an.

 

Am 30. April um 1 Uhr marschierte die dritte Kompagnie (es waren drei Offiziere und 62 Legionäre) los. Nach ungefähr 20 Kilometern, gegen 7 Uhr morgens in der Nähe von Palo Verde, gab Capitaine Danjou den Befehl zur Rast um Kaffe zu machen.

 

In diesem Moment gab sich der Feind zu erkennen und es begann sofort ein heftiges Feuergefecht. Capitaine Danjou ließ sofort ein Viereck bilden und wehrte mehrere Angriffe ab, wobei dem Feind starke Verluste zugefügt wurden und sich dieser zurück zog.

 

Die Kompagnie erreichte die ferme-auberge Camerone, ein festes Gebäude mit Innenhof und geschützt durch eine drei Meter hohe Mauer. Die Offiziere beschlossen, sich hier zu verschanzen und den Feind so lange wie möglich daran zu hindern, die nachfolgende Transportkolonne anzugreifen.

 

Während die Männer hastig ihre Verteidigungsstellungen einrichteten, machte sie ein mexikanischer Offizier auf die Stärke seiner Truppe aufmerksam und forderte die Kompagnie auf, sich zu ergeben. Capitaine Danjou antwortete ihm: " Wir haben Munition und wir ergeben uns nicht". Dann hob er seine Hand zum Schwur, daß er sich bis zum Tod verteidigen werde und forderte seine Männer auf, er ihm gleich zu tun, was auch geschah.

 

Es war 10 Uhr morgens. Bis 6 Uhr abends, hielten diese 60 Männer, welche seit dem Vorabend nicht gegessen und nichts getrunken hatten, in der glühenden Hitze trotz Hunger und Durst der starken Übermacht stand. Es waren 2000 Mexikaner, davon 800 Reiter (Cavallerie) und 1200 Mann Infanteristen.

 

Gegen Mittag starb Capitaine Danjou durch einen Herzschuss. Gegen 2 Uhr fiel Sous-Lieutenant Vilain durch einen Kopfschuss. Zu diesem Zeitpunkt gelang es dem mexikanischen Colonel, das Gebäude in Brand zu stecken. Die Legionäre verteidigten sich trotz des Rauches und der Hitze heldenhaft, wobei viele ihr Leben lassen mußten. Gegen 15 Uhr blieben Sous-Lieutenant Maudet noch 12 Legionäre welche noch kampffähig waren. Zu diesem Zeitpunkt sammelte der mexikanische Colonel seine Truppen und erklärte ihnen, daß es eine große Schande wäre, wenn es ihnen nicht gelingen würde, diese Handvoll Legionäre zu schlagen (ein Legionär welcher des spanischen mächtig war, übersetzte seine Worte sofort). Der mexikanische Colonel richtete ein weiteres Ultimatum an die Legionäre, doch Sous-Lieutenant Maudet lehnte auch dieses Angebot ab.

 

Die Mexikaner starteten nun einen Generalangriff auf die Brechen, welche sie während des Feuers in die Mauern geschlagen hatten und kurz darauf blieben nur noch 5 Legionäre um Maudet. Es waren der Caporal Maine sowie die Legionäre Catteau, Wenzel, Constantin und Leonhard. Jeder hatte nur noch eine Patrone. Sous-Lieutenant Maudet ließ die Bayonette aufpflanzen, und, zurückgezogen in einer Ecke des Hofs, den Rücken zur Wand, stellten sie sich dem eindringenden Feind. Sie schossen auf einen Befehl ihre letzte Patrone auf kürzeste Entfernung auf den Feind und stürzten sich im Nahkampf auf die Gegner. Dabei fielen Sous-Lieutenant Maudet und zwei Legionäre.

 

Ein mexikanischer Offizier schrie: " Ergebt Euch"! Caporal Maine antwortete: " Wir ergeben uns nur, wenn Sie uns erlauben, unsere Verwundeten zu versorgen und wenn wir unsere Waffen behalten dürfen"!

 

Der mexikanische Offizier antwortete:

 

"Tapferen Männern wie Euch kann man nichts abschlagen".

 

Die 62 Legionäre und zwei Offiziere unter Capitaine Danjou hielten tapfer ihre n Schwur bis zum Ende. Der Kampf dauerte 11 Stunden. Sie töteten 300 Angreifer und verwundeten ebenso viele. Sie erfüllten ihren Auftrag und retteten mit ihrem selbstlosen Einsatz den wichtigen Nachschubtransport.

 

Kaiser Napoleon III entschied, daß der Name "Camerone" auf die Fahne des Regiments étranger geschrieben wurde. Die Namen Danjou, Vilain und Maudet wurden in goldenen Buchstaben in die Mauern des Invalidendoms in Paris graviert.

 

Vor der Hazienda Camerone wurde 1892 ein Denkmal mit folgender Inschift errichtet.

 

"Sie waren weniger als sechzig und hielten Stand gegen eine ganze Armée. Deren Masse hat sie erdrückt. Das Leben, nicht aber der Mut hat diese französischen Soldaten verlassen"

 

Zu ihrem Gedenken hat die Nation dieses Denkmal errichtet.

Camerone, am 30. 04. 1863

 

Seit dieser Zeit präsentieren die mexikanischen Truppen ihre Waffen, wenn sie an diesem Denkmal vorbei marschieren.

 

 

 

 

 

  

Amicale des anciens de la Légion étrangère de Mannheim e. V.
amicalemannheim@aol.com